Wahrsagen
Das Wahrsagen wird als die Fähigkeit einer Person beschrieben, gegenwärtige Gegebenheiten oder zukünftige Vorgänge mithilfe von bestimmten Divinationstechniken oder magischen Ritualen vorauszusagen. Im Unterschied zum Hellsehen benötigt man zum Wahrsagen konkrete Utensilien, welche konzentrationsfördernd wirken. Vielfach nennt man die Wahrsagerei auch Mantik oder man bezeichnet sie als Weissagung. Sie hat ihre Wurzeln in der Antike, wo Orakel, deren Sprachrohr ein Priester war, als Mitteilungsstätten des göttlichen Willens galten.
Auf verschiedenste Weise versuchen Leute seither herauszufinden, was die Zukunft für sie bereithält. In der Vergangenheit war es beliebt, den Vogelflug, die Innereien von toten Tieren oder beliebige Sandfiguren zu deuten – genauso wie die beinahe vergessene Technik, den Kaffeesud oder die Teeblätter zu interpretieren. In unseren Tagen greift man hingegen auf das Pendeln, das Handlesen oder das chinesische I Ging öfter zurück.
Am häufigsten nützen Wahrsager in unseren Breiten jedoch Karten für ihre Tätigkeit. Die Divinations- oder Aufschlagekarten, wie sie auch genannt werden, müssen nach dem Durchmischen nach strengen Kriterien aufgelegt werden. Nur durch die sich auf diese Weise ergebende Positionierung können sie dem Kartenleger oder der Kartenlegerin und damit auch dem ratsuchenden Menschen einiges sowohl über die Gegenwart als auch über Zukünftiges preisgeben.
Die energetische Kraftentfaltung, die sich aus all den Techniken ergibt, basiert auch auf der großen Einfühlungsgabe des Wahrsagers – viel mehr als auf allen Utensilien, die er verwendet. Daher ist es seine Pflicht, das Gesehene zu deuten und mit seiner Interpretation die richtigen Tipps für die Fragenden zu geben. Dies erfordert ein besonderes Maß an Sorgfalt und natürlich auch einen reichen Erfahrungsschatz.