Indianische Astrologie

Die indianische Astrologie aus Nordamerika geht nicht so sehr von einem schon bei der Geburt vorbestimmten Schicksal aus, sondern ist überzeugt, dass sich alles ständig verändert und vervollkommnet. Jeder Mensch ist nach Meinung der indianischen Astrologen – oder besser „Medizinmänner“ – mit der ihn umgebenden Natur eins. Nur wenn ein Lebewesen seiner eigentlichen Bestimmung gerecht wird, kann es im Einklang mit der Natur ein zufriedenes und glückliches Leben führen.

Die Indianer Nordamerikas betrachten das menschliche Dasein als einen Zirkel aus Geburt, Tod und Wiedergeburt. Diesen magischen Kreis bezeichnen sie als Erd- oder Medizinrad – das Erdrad ist in zwölf Monde gegliedert. Mit jedem dieser zwölf Monde ist entweder eine rezeptive (weibliche) oder eine aktive (männliche) Energie verbunden, wobei immer ein Mond mit aktiver auf einen Mond mit rezeptiver Energie folgt, um jenes Gleichgewicht zu schaffen, das in der Natur existiert.

Im Augenblick seiner Geburt betritt der Mensch dieses Medizinrad. Je nachdem, welcher Mond gerade herrscht, wird ihm ein Totem (Zeichen, Schutzgeist) zugeordnet, das unseren Sternzeichen entspricht und durch eines von zwölf verschiedenen Tieren symbolisiert wird: die Schneegans, den Otter, den Puma, den Habicht, den Biber, den Hirsch, den Specht, den Stör, den Braunbären, den Raben, die Schlange und den Wapiti.

Jedes Tiertotem steht für eine Entwicklungsstufe im natürlichen Kreislauf. In der indianischen Lebensweisheit ist dies von Bedeutung, zumal diese besagt, dass der Mensch den Kreis immer wieder durchwandern muss, um die Anforderungen so vieler Positionen wie nur möglich kennen zu lernen.

Daneben spielen in der traditionellen indianischen Astrologie gewisse Pflanzen (die Birke, der Wegerich, die Zitterpappel, der Löwenzahn, die Schafgarbe, die Camasspflanze, die Heckenrose, das Veilchen, die Himbeere, die Königskerze, die Schwarzfichte und die Distel) und ganz bestimmte Mineralien (Quarz, Türkis, Silber, Feueropal, Moosachat, Chrysokoll, Karneol, Amethyst, Eisen, Jaspis, Obsidian und Kupfer) eine Rolle. Vier Elementenklans – Schmetterling (Luft), Schildkröte (Erde), Donnervogel (Feuer) und Frosch (Wasser) – regeln zudem die Beziehung der Tiere, Pflanzen und Mineralien zueinander.